
Der Weg von Urs Tschumi war nicht strikt geplant. Vom Käser über Führungsfunktionen in Produktion und Betriebsleitung entwickelte er sich Schritt für Schritt zum CEO der JOGA Med AG.
«Die Lebensmittelherstellung wurde mir ein Stück weit in die Wiege gelegt», sagt Urs Tschumi. Seine Eltern führten einen Käsereibetrieb, die Branche war deshalb bereits früh Teil seines Alltags. Über die Jahre zog sich dieser Bereich wie ein roter Faden durch seine Laufbahn – von Milch- und Pulverproduktion bis hin zu pharmazeutischen und hygienerelevanten Produkten.
Sein beruflicher Weg begann mit einer Berufslehre als Käser, heute Milchtechnologe. Darauf folgten Weiterbildungen zum eidgenössisch diplomierten Käsermeister sowie später zum eidgenössisch diplomierten Organisator. Schritt für Schritt entwickelte er sich vom Fachmann über Führungsfunktionen bis an die Spitze eines innovativen Schweizer Unternehmens. Rückblickend beschreibt er diesen Weg nicht als strikt geplante Karriere, sondern vielmehr als kontinuierliche Entwicklung: «Oft war es ein Hineinwachsen in Aufgaben, die man in untergeordneten Funktionen kennengelernt hat und bei denen laufend mehr Kompetenzen dazugekommen sind.»
Besonders prägend war für ihn der Wechsel vom Betriebsleiter zum Geschäftsführer. «Das war sicher ein grösserer Schritt, weil plötzlich neue Anforderungen dazukamen», erklärt er. Dennoch sei für ihn stets klar gewesen, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Neben der Fachkompetenz standen zunehmend betriebswirtschaftliche Themen, strategische Fragestellungen und Leadership im Zentrum.
Was ihn bis heute an der Branche fasziniert, ist ihre besondere Mischung aus Kontinuität, Stabilität und Weiterentwicklung. «Es ist eine coole Branche», sagt er mit einem Lächeln. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zeige sich, wie stabil die Lebensmittelindustrie aufgestellt sei. Gleichzeitig verändern sich Konsumverhalten, Markttrends und Kundenanforderungen laufend.
Heute führt Urs Tschumi mit der JOGA Med AG ein Unternehmen, das sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld behauptet und gleichzeitig kontinuierlich weiterentwickelt. Als Lohnhersteller entwickelt und produziert das Unternehmen seit über 40 Jahren pharmazeutische Süsswaren und Süsswaren für den Lebensmittelhandel. Auch Bulk-Abfüllungen sowie die Konfektionierung von Kosmetikprodukten in Tuben, Flaschen und Dosen zählen zu ihrem Leistungsspektrum. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein umfassendes Full-Service-Paket – von der Entwicklung über die Beschaffung bis hin zur Herstellung und Verpackung. Gleichzeitig steht auch die JOGA Med AG vor Herausforderungen, die viele Schweizer KMU beschäftigen:
«Die Wettbewerbsfähigkeit als Schweizer Unternehmen beschäftigt uns stark», erklärt er. Frankenstärke, steigende Kosten, hohe Qualitätsanforderungen und permanenter Preisdruck verlangen laufende Anpassungen. Hinzu kommen technologische Weiterentwicklungen, neue Rezepturen sowie Investitionen in Prozesse und Anlagen. Besonders wichtig sei dabei jedoch der Mensch. «Die richtigen Personen in den richtigen Positionen zu haben, ist zentral.»
«Wer die Basis kennt und weiss, wie Prozesse wirklich ablaufen, führt kompetenter.»
Urs Tschumi
Gerade seine langjährige Erfahrung direkt im Betrieb sieht er heute als grossen Vorteil. Die Nähe zu Produktion, Prozessen und Mitarbeitenden präge seinen Führungsstil wesentlich. Erfolg bedeute für ihn längst nicht nur wirtschaftliche Kennzahlen «Mindestens gleich entscheidend sind zufriedene Mitarbeitende, die Freude an der Arbeit mitbringen.»
Werte wie Integrität, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit prägen seinen Führungsstil bis heute. Bei der Arbeit wie auch privat spielen für ihn Respekt, Zusammenhalt und Vertrauen eine zentrale Rolle. Besonders wichtig sei es, Mitarbeitenden Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und Veränderungen gemeinsam zu gestalten.
Die Motivation für seine Arbeit ist über all die Jahre geblieben. Vor allem die Weiterentwicklung von Prozessen, neue Herausforderungen sowie die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Team Lösungen zu erarbeiten, treiben ihn täglich an. In unserem kurzen Interview des Monats spricht Herr Tschumi über persönliche Werte, Erfolg, Motivation und die tägliche Ausrichtung als CEO.
Herr Tschumi, wenn Sie in jüngeren Jahren einen anderen Weg eingeschlagen hätten, was wäre aus Ihnen geworden?
«Ich hätte wieder eine berufliche Ausrichtung im Bereich der Lebensmittelherstellung gewählt. Die Branche ist einerseits relativ konjunkturstabil und wurde mir andererseits auch ein Stück weit in die Wiege gelegt. Rückblickend würde ich wahrscheinlich einen Teil meines Berufslebens im Ausland verbringen wollen, um Fremdsprachenkompetenz und Berufserfahrungen ausweiten zu können.»
What is your favorite way to start your day?
«Mit einem Müesli-Frühstück und gleichzeitig mit einer persönlichen Ausrichtung auf Ziele und Werte, mit denen ich den Tag gestalten möchte.»
What does success mean to you personally?
«Wirtschaftlicher Erfolg gehört natürlich zu meiner Funktion als CEO. Mindestens gleich entscheidend sind für mich jedoch zufriedene Mitarbeitende, die Freude an ihrer Arbeit haben, ein gewisses Mass an sozialer Verantwortung sowie Kunden, die zu 100 Prozent von unserer Kompetenz überzeugt sind.»
What would you work for free for a week?
«Für ein soziales Projekt, bei dem Menschen Respekt und Würde erhalten.»
What was the best professional advice you ever received?
«Erfolg kommt aus Fleiss, Integrität, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit – Werte, die mir mein Vater vermittelt hat.»
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Tschumi für sein Mitwirken an diesem Beitrag.
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