5 Fragen an Giovanni Ferrara, Präsident des Verwaltungsrates und CEO der Ferrara Architekten AG

Giovanni Ferrara, CEO von Ferrara Architekten

In der Architektur geht es nicht nur um die rein physische Haptik von Gebäuden, sondern darum, alle Sinne anzusprechen, Gefühle auszulösen und die Seele zu berühren. Es ist eine einmalige Chance, etwas von Dauerhaftigkeit zu schaffen, das nicht nur funktional, sondern auch inspirierend ist. Architektinnen und Architekten, die diesen Ansatz verfolgen, streben danach, in ihren Werken nicht nur Räume zu erschaffen, sondern auch Erlebnisse und Emotionen zu wecken, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In diesem Interview tauchen wir ein in die Arbeitswelt von Giovanni Ferrara, einem erfahrenen Basler Architekten, der über zwei Jahrzehnte hinweg die Landschaft mit seinen herausragenden Werken geprägt hat und weiterhin prägt.

Giovanni Ferrara ist heute Inhaber mehrerer erfolgreicher Unternehmen in der Baubranche. Als CEO und Verwaltungsratspräsident hält er aber nicht nur eine Managementfunktion inne, sondern kennt die Branche von der Pike auf. Nach seinem Studium der Architektur an der ETH Zürich sammelte er Berufserfahrung, bevor er 2005 sein eigenes Architekturbüro Ferrara Architekten AG gründete. Ob Neubau oder Sanierung, denkmalgeschütztes Gebäude, Einfamilienhaus oder Genossenschaftswohnungen: Das Portfolio der Ferrara Architekten AG ist breit und abwechslungsreich. Die Firmenstruktur deckt von der Planung, Projektentwicklung, Erstellung, Ausführung, Bewirtschaftung, Beratung bis zur Innenarchitektur nahezu alle Leistungen ab.

Giovanni Ferrara blickt auf eine 25-jährige Tätigkeit zurück, in der er einige tiefgreifende Veränderungen miterlebte: „Das Bauen war früher einiges langsamer. Vieles, aber nicht alles ist beschleunigbar – und das ist auch gut so“, wie uns der erfahrene Geschäftsmann im Interview sagt. Einer weiteren Entwicklung steht er ebenfalls skeptisch gegenüber: Ein Architekt ist heute oft kein Generalist mehr, sondern ein Spezialist, der in einem eng definierten Bereich operiert. „Mit einer zu starken Spezialisierung gehen allerdings Gefahren einher, da viele Schnittstellen mögliche Fehlerquellen darstellen“, so der Geschäftsführer.

Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit bilden das Fundament seiner Arbeit, und er betrachtet die Architektur nicht nur als Bauwerk, sondern als Ergebnis eines moralischen und ethischen Ansatzes. Während die Stichworte „Nachhaltigkeit“ und „Kreislaufwirtschaft“ die modernen Diskussionen in der Baubranche dominieren, ist es für ihn von entscheidenderBedeutung, dass die Architektur diese Prinzipien nicht nur in ihren Projekten, sondern auch in ihrer Philosophie verinnerlicht. Authentizität und Integrität sind dem Geschäftsführer sehr wichtig, der sich nicht von kurzfristigen Trends beeinflussen lässt. Seine bewährten Prinzipien und Werte widerspiegeln sich in der langjährigen Mitarbeiterbindung in seinen Unternehmen und seiner langfristigen Vision. Für Giovanni Ferrara ist Erfolg nicht nur eine Frage des Gewinns, dem man ständig hinterherjagt, sondern vielmehr ein Ergebnis, wenn man die Menschlichkeit und die Teamleistung in den Mittelpunkt rückt. In diesem Ansatz entsteht eine harmonische Bindung, sei es zu einem Auftraggeber oder zu einem Projekt.

Herr Ferrara, wenn Sie in jüngeren Jahren einen anderen Weg eingeschlagen hätten, was wäre aus Ihnen geworden?

«Ich wäre wohl in die faszinierende Welt der Geschichte und Sprachen eingetaucht. Mit Italienisch als meine Muttersprache und Deutsch als meine zweite Sprache, war es immer mein Ziel, alle Sprachen des Basler Grenzgebiets zu beherrschen und ihre Geschichten zu erforschen. Das Erlernen der französischen Sprache war für mich, ein in der Schweiz geborener Secondo, der logischer Schritt, um meine Sprachkenntnisse zu erweitern.

Darüber hinaus war meine Leidenschaft für Architektur immer präsent. Dieses Feuer wurde von meinem Götti und meiner Mutter entfacht. Die Vorstellung, Gebäude zu entwerfen, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sind, fesselte mich. Ich bin sehr glücklich mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe, und wie sie mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.»

Wie beginnen Sie Ihren Tag am liebsten?
«Mein idealer Start in den Tag beginnt gemütlich gegen etwa 5:00 Uhr morgens, wie mein Vater, als er berufstätig war. Ich liebe es, mir zuerst eine Tasse frischen Kaffee zuzubereiten und Nachrichten zu lesen. Diese ruhigen Augenblicke sind für mich eine perfekte Gelegenheit, den Tag in aller Gelassenheit zu beginnen und mich auf das Kommende vorzubereiten.

Nach meinem entspannten Morgenritual widme ich mich bereits den ersten zwei Stunden zuhause der Arbeit, heute Homeoffice genannt. Hier kann ich in Ruhe an Projekten arbeiten, E-Mails beantworten und mich auf die anstehenden Alltagsaufgaben vorbereiten. Diese produktive Zeit allein zu Hause ermöglicht es mir, einen klaren Fokus zu entwickeln und meine Gedanken zu sortieren. Schliesslich mache ich mich auf den Weg ins Architekturbüro, wo mein Team und ich uns unserer Berufung, der Architektur widmen. Hier tauche ich in eine andere Welt ein, plane, gestalte und arbeite eng mit meinem Team zusammen, um unsere Visionen in die Realität umzusetzen. Der Mix aus ruhigem Morgen, produktivem Früharbeiten und kreativer Arbeit im Büro macht für mich den perfekten Start in den Alltag aus.»

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
«Für mich persönlich bedeutet Erfolg, herausfordernde Ziele auf harmonische Art und Weise mit den Menschen in meinem Umfeld zu realisieren. Erfolg ist für mich nicht nur das Erreichen von Zielen, sondern auch der Weg dorthin und die Art und Weise, wie diese Ziele erreicht und Träume umgesetzt werden.

Es geht darum, in einem Team zusammenzuarbeiten, Synergien zu schaffen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die uns begeistern. Es ist die Freude, die entsteht, wenn wir als Gruppe unsere Fähigkeiten und Leidenschaften bündeln, um Grosses zu erschaffen. Erfolg bedeutet, in dieser Zusammenarbeit eine Harmonie und Balance zu finden, in der jeder Einzelne seine Stärken einbringen kann und wir gemeinsam Höchstleistungen erzielen.

Es ist die Kunst, im Einklang mit meinen Mitmenschen und meiner Umgebung zu sein, die für mich den wahren Erfolg ausmacht.»

Wofür würden Sie eine Woche gratis arbeiten?
«Die Landschaftsarchitektur fasziniert mich sehr und generell mag ich es, im Freien zu arbeiten. Spontan würde mich die Landwirtschaft interessieren, beispielsweise mit Reben, Olivenbäumen und Fruchtbäumen zu arbeiten. Bei unserem Büro in Basel haben wir auch ein Urban Gardening Projekt, das mir sehr am Herzen liegt.»

Was war der beste berufliche Rat, den Sie jemals bekommen haben?
«Der beste berufliche Rat, den ich jemals erhalten habe, lautete: „Eine Generation muss wissen, woher sie kommt, um zu akzeptieren, wo sie steht, und verstehen, wohin sie geht.“ Dieser Ratschlag verkörpert die Idee, dass unsere Entscheidungen sowohl von der Vergangenheit als auch von der Gegenwart beeinflusst werden. Es bedeutet, rückblickend auf unsere Wurzeln und Erfahrungen zu schauen, um die Gegenwart zu akzeptieren und zu verstehen, welche Ziele und Visionen wir für die Zukunft haben. In der Architektur als Disziplin, die Raum und Menschen gleichermassen beeinflusst, ist es von grosser Bedeutung, darüber nachzudenken, welches Erbe wir der Gesellschaft hinterlassen möchten. Es ermutigt uns, bewusste Entscheidungen zu treffen und unser berufliches Wirken darauf auszurichten, welchen Beitrag wir zur Gestaltung unserer Umgebung und Gesellschaft leisten möchten.»

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Ferrara für sein Mitwirken an diesem Beitrag.
Dieses Interview wurde mündlich geführt.

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