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5 Fragen an Patrick Stöckli, CFO und Co-Geschäftsführer Erich Weber AG

patrick stoeckli

Patrick Stöckli kennt das Klischee des analytischen CFO, der lieber einmal mehr nachfragt, als vorschnell zu entscheiden. Ein Stück weit erkennt er sich darin wieder. Gleichzeitig weiss er, dass andere Perspektiven wertvoll sein können. Und dass nicht jeder Entscheid sofort fallen muss.

Seit März 2026 führt er die Erich Weber AG gemeinsam mit Michel Mouther. Die beiden bringen unterschiedliche Erfahrungen und Persönlichkeiten mit. «Dieses Pingpong schätze ich sehr», sagt Stöckli. Ideen diskutieren, Argumente hinterfragen, gemeinsam Lösungen finden – auf Augenhöhe. Manchmal wechseln dabei auch die Rollen. «Ich sehe eigentlich nur Vorteile», sagt er über die Co-Geschäftsführung. Vorausgesetzt, es passe menschlich. Besonders schätzt er, dass er auch Sorgen und schwierige Fragen mit jemandem besprechen kann, der dieselbe Verantwortung trägt.

Dass Patrick Stöckli heute in einem überschaubaren Unternehmen arbeitet, ist kein Zufall. Er bringt langjährige Erfahrung aus der Immobilienbranche mit, in der er über 15 Jahre tätig war. Auch als ihn sein beruflicher Weg zeitweise in andere Bereiche führte, blieb sein Interesse an Immobilien bestehen. Als sich über Batterman Consulting die Möglichkeit bei der Erich Weber AG ergab, kamen drei Dinge zusammen, die ihn reizten: die Rückkehr in die Immobilienwelt, eine Führungsaufgabe und ein Unternehmen, in dem er nicht nur managen, sondern selbst mit anpacken kann. So stiess er 2025 zur Erich Weber AG – im Wissen, dass er später Teil der Nachfolge sein würde. Die Aussicht darauf entsprach ihm, denn er sieht sich nicht unbedingt als alleinigen Chef.

«In der Co-Geschäftsführung sehe ich eigentlich nur Vorteile.»

Patrick Stöckli, CFO und Co-Geschäftsführer Erich Weber AG

An der Immobilienbranche schätzt Patrick Stöckli, dass sie jeden Menschen im Alltag berührt. Besonders wichtig ist ihm der treuhänderische Aspekt: Verantwortung für Werte zu tragen, die anderen gehören. 

Mit der Nachfolge steht das traditionsreiche Berner Immobilienunternehmen vor der Frage, was bleiben und was sich verändern soll. Für Patrick Stöckli ist die persönliche Betreuung der Kundschaft zentral. Im Dienstleistungsgeschäft zählt seiner Ansicht nach weniger der Name eines Unternehmens als der Mensch, der dahintersteht. Die Kundinnen und Kunden sollen sich auch künftig auf ihre vertrauten Ansprechpersonen und den persönlichen Kontakt verlassen können.

Bei den Abläufen im Hintergrund sieht er dagegen Potenzial. Vor allem bei der Digitalisierung und den internen Prozessen setzt die neue Geschäftsleitung an, ohne die gewachsene Nähe zur Kundschaft aufzugeben.

So analytisch Patrick Stöckli an fachliche Fragen herangeht, so wichtig ist ihm die menschliche Seite der Zusammenarbeit. Er möchte sich mit dem Unternehmen identifizieren können und schätzt ein Umfeld, in dem man sich auch persönlich versteht. Dazu gehört für ihn, dass Gespräche nicht immer nur um die Arbeit kreisen. Besonders freut ihn, wie offen die Mitarbeitenden die neue Geschäftsleitung aufgenommen haben. Ohne diese Bereitschaft wäre der Start deutlich schwieriger gewesen, ist er überzeugt. Wenn er über seine Kolleginnen und Kollegen spricht, fallen die Worte «super Mannschaft» und «coole Crew». Doch wer ist Patrick Stöckli abseits seiner Rolle als CFO und Co-Geschäftsführer? Unsere «5 Fragen an…»-Serie gibt einen Einblick.

Herr Stöckli, wenn Sie in jüngeren Jahren einen anderen Weg eingeschlagen hätten, was wäre aus Ihnen geworden?

«Pilot. Das Fliegen hat mich schon immer fasziniert. Als Kind wollte ich zunächst Lokführer werden, als Teenager dann Pilot. Mich beeindruckte die Vorstellung, eine so grosse Maschine zu steuern, Verantwortung für Menschen zu tragen und dabei an keinen festen Ort gebunden zu sein. Wegen meiner starken Sehschwäche habe ich diesen Wunsch allerdings nicht weiterverfolgt. Als Passagier war ich früher gerne und viel mit dem Flugzeug unterwegs.»

Wie beginnen Sie Ihren Tag am liebsten?

«Mein Ritual ist eigentlich, keines zu haben. Wenn ich wach bin, geht es möglichst schnell los – entweder zur Arbeit oder zum Joggen. Im Büro verschaffe ich mir zuerst einen Überblick über die E-Mails und den Kalender und bereite mich auf anstehende Termine vor. Meine Pendenzen für den nächsten Tag notiere ich mir jeweils schon am Vorabend. So weiss ich am Morgen, was ansteht, und kann mit frischem Kopf starten. Gerne erledige ich zuerst einfachere Aufgaben. Das gibt mir ein erstes Erfolgserlebnis, bevor ich mich den anspruchsvolleren Themen widme. Sitzungen vor neun Uhr vermeide ich bewusst.»

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?

«Erfolg ist für mich ein Grundstein zum Glücklichsein. Wenn ich ein Ziel erreiche, macht mich das glücklich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um etwas Kleines oder ein grosses, komplexes Vorhaben handelt. Wichtig finde ich, sich realistische Ziele zu setzen und auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Es gibt Phasen, in denen man sich viel vornehmen und ambitionierte Ziele verfolgen kann. In anderen Phasen ist es sinnvoll, die Ansprüche bewusst etwas herunterzuschrauben. Das darf sich auch verändern. Entscheidend ist, dass die Ziele zur jeweiligen Lebenssituation passen.»

 Wofür würden Sie eine Woche gratis arbeiten?

«Für etwas, bei dem Geld keine Rolle spielt. Zeit ist für mich ohnehin das Wertvollste, was wir haben. Vor einigen Jahren durfte ich aus beruflichen Gründen einen Einblick in ein Kinderhospiz erhalten. Diese Erfahrung ist mir geblieben. Ich würde gerne die Eltern dieser Kinder im Alltag unterstützen, ihnen ganz praktische Aufgaben abnehmen und ihnen so mehr Zeit mit ihren Kindern schenken.»

Was war der beste berufliche Rat, den Sie jemals bekommen haben?

«Ein früherer Vorgesetzter, selbst CFO, hat mir einmal geraten, wichtige Entscheidungen nicht immer sofort zu treffen. Manchmal lege ich mir bewusst ein «Entscheid-Embargo» auf. Je nach Dringlichkeit lasse ich eine Frage auch ein paar Tage ruhen. In dieser Zeit muss ich nicht ständig Pro und Kontra abwägen. Oft arbeitet das Thema im Hinterkopf weiter, und irgendwann wird klarer, welcher Weg der richtige ist. In der Hektik treffe ich selten gute Entscheidungen. Deshalb lasse ich ein Thema manchmal bewusst liegen, gehe eine Runde joggen und gebe mir Zeit, bis der Entscheid gereift ist.»

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Stöckli für sein Mitwirken an diesem Beitrag.

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