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Ist Ihr Verwaltungsrat fit für die Zukunft?

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Ein wirkungsvoller Verwaltungsrat bestätigt nicht nur Entscheidungen, sondern hinterfragt sie. Entscheidend für den langfristigen Unternehmenserfolg sind die richtigen Kompetenzen, Vielfalt im Gremium und der Mut, Veränderungen aktiv anzugehen.

Der Schweizer Verwaltungsrat steht unter Druck. Nicht von aussen, nicht durch Regulatoren oder Investoren. Der Druck kommt von innen heraus, der wachsenden Lücke zwischen dem, was ein VR-Gremium könnte, und dem, was es tatsächlich leistet.

99,7 Prozent aller Schweizer Unternehmen sind KMU. Sie tragen zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Und dennoch: 70 Prozent ihrer Verwaltungsratsmitglieder sind 50 Jahre oder älter, die durchschnittliche Amtsdauer beträgt über 8 Jahre, der Frauenanteil bei KMU’s liegt bei gerade einmal 20 Prozent.

Was bedeutet das in der Praxis? Ein wirkungsvoller Verwaltungsrat stellt Fragen, die der CEO sich selbst nicht stellt. Er fordert Optionen ein, keine Präsentationen. Er denkt strategisch, wo das Management operativ gebunden ist. Kurzum: Er macht das Unternehmen nachweislich besser, als es ohne ihn wäre.

Die Realität sieht anders aus. Zu viele Sitzungen sind Informationsveranstaltungen. Zu viele VR-Gremien rekrutieren aus dem eigenen Netzwerk und verstärken damit genau die Homogenität, die sie eigentlich überwinden sollten. Und zu viele Unternehmensinhaber verwechseln einen harmonischen Verwaltungsrat mit einem wirkungsvollen Verwaltungsrat.

Harmonie als Ergebnis guter Zusammenarbeit ist wertvoll. Harmonie als Ziel ist ein Risiko. Wer im Gremium niemanden hat, der unbequeme Fragen stellt, hat keinen Verwaltungsrat. Er hat ein Zustimmungskomitee.

Hinzu kommt die Digitalisierung. Der Anteil der KMU, die künstliche Intelligenz bereits einsetzen, ist in einem einzigen Jahr von 22 auf 34 Prozent gestiegen. Nur 17 Prozent der Unternehmen kontrollieren die Resultate systematisch. Genau hier liegt eine Führungslücke, die der Verwaltungsrat schliessen muss. Nicht indem er selbst programmiert, sondern indem er die richtigen Fragen stellt und die richtigen Leute ins VR-Gremium holt.

«Wer im VR-Gremium niemanden hat, der unbequeme Fragen stellt, hat keinen Verwaltungsrat. Er hat ein Zustimmungskomitee.»

Meine Empfehlung an jeden Verwaltungsrat: Führen Sie eine ehrliche Kompetenzmatrix durch. Nicht für den Geschäftsbericht. Für sich selbst. Welche drei Kompetenzen fehlen dem VR-Gremium, um die nächsten fünf Jahre zu gestalten? Und dann handeln Sie danach, auch wenn das bedeutet, jemanden nach langem gemeinsamen Weg zu ersetzen.

Der Verwaltungsrat ist kein Selbstzweck. Er steht im Dienst des Unternehmens und seiner Stakeholder. Wer das wirklich verinnerlicht hat weiss was zu tun ist.

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