5 Fragen an Dominik Nussbaumer, Geschäftsleitung und Partner bei der Trafina Privatbank AG in Basel

2026 05 dominik nussbaumer

Geopolitische Unsicherheiten, künstliche Intelligenz, Inflation – vieles wird aktuell als entscheidend für die Finanzmärkte diskutiert. Für Dominik Nussbaumer ist ein Teil davon überschätzt. Entscheidend ist für ihn etwas anderes: das Verständnis der Zusammenhänge.

Man hört nicht alle Tage, dass jemand schon in jungen Jahren Banker werden wollte. Für unseren Interviewpartner des Monats ist dieser Berufswunsch eng mit frühen Eindrücken verbunden. So erfolgte der erste Kontakt im familiären Umfeld: Ein Berater, der nicht hinter einem Schalter sass, sondern ins Familienunternehmen oder nachhause kam. Für Dominik Nussbaumer war das prägend: «Mich hat dieses Geschäft schon damals fasziniert», sagt er rückblickend. Ein Kontrast zur heutigen Wahrnehmung, in der der Beruf des Bankers zunehmend kritischer betrachtet wird.


Was als frühe Neugier begann, entwickelte sich konsequent weiter. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Basel führte ihn der Einstieg über ein Trainee-Programm bei einer Schweizer Grossbank ins Banking. Es folgten Stationen in der Kundenberatung, im Anlagegeschäft und in leitenden Funktionen bei Basler Privatbanken – bis hin zu seiner heutigen Rolle als Partner und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Trafina Privatbank AG. Ergänzt wird diese operative Verantwortung durch seine Tätigkeit in Verwaltungs- und Stiftungsräten, in denen er sich auch über das Tagesgeschäft hinaus mit strategischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzt.


Geblieben ist über all die Jahre nicht nur die Faszination, sondern ein klarer Anspruch: Sachverhalte verstehen, einordnen, Zusammenhänge erkennen. Private Banking bietet ihm genau das. «Ich setze mich gerne breit mit Themen auseinander.» Es ist dieses systematische Durchdringen von Komplexität, das ihn antreibt – das Entwirren von Strukturen, das Verstehen von Unternehmen und Entscheidungslogiken. Diese Denkweise prägt auch sein Verständnis von Banking. Für Dominik Nussbaumer ist es kein Geschäft der kurfristigen Trends und schnellen Reaktion, sondern eine unternehmerische Aufgabe. Die Wurzeln der Trafina Privatbank AG liegen in einem Family Office – und genau diese Herkunft ist bis heute spürbar. Der Fokus liegt auf nachhaltigem Nutzen. Interessen werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern konsequent aufeinander ausgerichtet.

«Was gut ist für den Kunden, ist auch gut für uns.»

Gleichzeitig verändert sich die Branche spürbar. Technologische Entwicklungen wie KI gewinnen an Bedeutung, insbesondere in standardisierten Bereichen. Prozesse werden effizienter, Arbeitsmodelle verschieben sich. Gerade für kleinere Unternehmen steigen damit auch die Anforderungen – sei es im im Umgang mit Themen wie IT und Cyber Security aber auch bei regulatorischen Vorgaben.

Doch trotz dieser Dynamik sieht Dominik Nussbaumer im Private Banking eine zentrale Konstante: den persönlichen Austausch. Vertrauen lasse sich nicht automatisieren, und komplexe Entscheidungen erforderten nach wie vor noch einen direkten Ansprechpartner.

Auch den Einfluss geopolitischer Entwicklungen ordnet er nüchtern ein. Aus Sicht der Finanzmärkte werde deren Bedeutung häufig überschätzt. Staaten handelten primär interessensgetrieben. Fragen der Energieversorgung oder wirtschaftlichen Stabilität beispielsweise stünden über ideologischen Positionen. Für kleinere Länder wie die Schweiz entstehe daraus ein anspruchsvolleres Umfeld.

Ob im wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Kontext: Für Dominik Nussbaumer ist Eigenverantwortung zentral: «Der Staat kann keine absolute Sicherheit gewährleisten.» Eine wichtige Lektion, die er selbst gelernt hat, gibt er nicht nur seinem Sohn weiter, sondern auch in diesem Interview preis.

Herr Nussbaumer, wenn Sie in jüngeren Jahren einen anderen Weg eingeschlagen hätten, was wäre aus Ihnen geworden?
«Das mag erstaunlich klingen, aber ich wollte schon als sehr kleiner Junge Banker werden. Und obwohl ich neben meiner Tätigkeit bei der Trafina Privatbank AG seit jeher immer auch in verschiedenen anderen wirtschaftlichen Bereichen aktiv bin, ist mir meine Freude für das Bankgeschäft nie abhandengekommen und ich hatte nie das Bedürfnis, den Beruf zu wechseln. Wäre mir damals nach dem Jus-Studium der Einstieg ins Banking aber nicht gelungen, hätte ich mich wahrscheinlich nach einer privatwirtschaftlichen Tätigkeit mit einem breiten Aufgabenspektrum umgesehen, wo es wichtig ist, die Gesamtzusammenhänge eines Unternehmens im Blick zu behalten, so wie ich das in unserem Familienunternehmen von Kindheit an mitbekommen habe.»


Wie beginnen Sie Ihren Tag am liebsten?
«Ich mag es früh aufzustehen, früh in der Bank zu sein und mich vor dem zum Teil etwas hektischen Tagesgeschäft mit einer Tasse Grüntee in Ruhe mit dem aktuellen Wirtschafts- und Börsengeschehen auseinanderzusetzen.»


Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
«Für mich sind Verlässlichkeit, Engagement, Bodenständigkeit und Integrität wichtig. Wenn ich unter diesen Aspekten als «guter» Vermögensverwalter und Chef wahrgenommen werde, dann habe ich mein berufliches Ziel erreicht. Als Erfolg betrachte ich, sich selbst treu zu bleiben und die eigenen Ziele konsequent zu verfolgen. Oder anders formuliert: Sich selbst sein und jeden Abend mit der Einstellung zu Bett zu gehen, dass egal wie schlecht ein Tag auch gewesen sein mag, am nächsten Tag die Sonne wieder auf- und das Leben weitergeht.»


Wofür würden Sie eine Woche gratis arbeiten?

«Für alles, was meine persönlichen Werte und Ideale widerspiegelt. Ich bezeichne mich gerne als ultraliberalen Kapitalisten. Damit geht für mich die Verantwortung einher, dafür zu sorgen, dass unser gesellschaftliches System gerecht ist und zum Wohle aller und nicht Einzelner funktioniert. Insbesondere der allgemeine, kostengünstige Zugang zu guter Bildung sowie die Möglichkeit, durch eigene Leistung, persönliche Ziele erreichen zu können, sind mir entsprechend wichtig.»


Was war der beste berufliche Rat, den Sie jemals bekommen haben?
«Einen eigentlichen Rat gab es nicht. Allerdings habe ich eine Lektion gelernt, die ich als Rat an meinen Sohn weitergeben würde: ‘Wenn Du Dir von niemandem einreden lässt, was Du kannst oder nicht kannst und was Du tun oder lassen sollst, bleibt Dir nichts anderes übrig, als selbst dafür verantwortlich zu sein, was Du mit Deinem Leben anfängst.’»

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